Der Wegerich – Spitz und Breitwegerich begleitet und buchstäblich auf Schritt und Tritt auf unseren Wegen durch die Natur und durch das Leben. Schon unseren Vorfahren bekannt und heilig in seiner Vielseitigkeit als Heil- und Nahrungspflanze.

Bezug: Wunden, Lunge, Füße

Er gehört zusammen mit der Schafgarbe zu den besten Wundpflanzen, das zeigt uns unter anderem die Signatur der lanzettigen Blätter und die kleinen hervorgehobenen Spitzen am Fruchtstand.

Daneben hat er auch einen Bezug zur Lunge. Wenn man den Blütenkranz betrachtet, kann man Ähnlichkeiten mit den Lungenalveolen erkennen.

Und natürlich – ganz klar – ist er verbunden mit unseren Füßen und damit zu unserer Basis. Auf viel betretenen und befahrenen Pfaden findet man stehts den Breitwegerich, an den Randbereichen den Spitzwegerich. Müden Füßen tut über Nacht ein Blatt an den Sohlen sehr gut. So hilft er uns, Boden zu gewinnen.

Grenzgänger und Totenbegleiter

Der Wegerich ist auch ein Grenzgänger. Eine Überganspflanze, die Verstorbenen den Übertritt erleichtert. Auch damals schon eine Totenpflanze. Man kann die Blätter auch als Totenschiffchen sehen. Sehr schön geeignet für Übergangsrituale, auch als kleine liebevolle Zeremonie, wenn man jemand nicht begleiten konnte oder für trauernde Mütter ungeborener Kinder, die ihren Weg auf die Welt nicht vollenden konnten.

Betrachtungen

Wenn ich beim Wegerich sitze und ihn genau betrachte fällt mir vor allem der Blütenkranz um den Fruchtstand auf. Mit den weißen Samen wirkt er wie eine strahlende, fürstliche Krone. Den Blütenkreis um den schwarzen Fruchtstand könnte man aber auch als Tor zur Anderswelt, zum Jenseits sehen. Dennoch muss man genau hinsehen um seine grenzenlose Großzügigkeit am Wegesrand zu sehen. So steht er da, aufrecht, in einer bescheidenen Würde. Ich sehe auch Symmetrie in den Blättern sowie Geradlinigkeit. Zudem ist er sehr zäh und stabil, wird er doch ständig getreten und überrollt. Überhaupt sehe ich viele Polaritäten an ihm. Die lanzettigen Blätter und ein unglaublich weicher Flaum darauf. Die schwarze eher plumpe Frucht und daruf der weiß glänzende,  filigrane Samenkranz.

Verwendung

Er schmeckt aromatisch leicht nach Champignon.

Man kann ihn essen, auf Wunden legen, als Tee trinken, als Rauch verwenden… Auch bei seelischen Wunden hilft er, sowie dabei, für die eigene Wahrheit einzustehen.